Der Fänger im Roggen (J. D. Salinger)

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Das Buch „Der Fänger im Roggen“ von Jerome D. Salinger beeindruckt durch seine melancholische Ausdruckskraft und die vielen versteckten Antworten, die darin verborgen zu sein scheinen.

Es ist eine eigentlich eher simple Geschichte, die vor allem Jugendlichen sehr zuspricht, da man sich vor allem in dieser Zeit seines Lebens mit dem Protagonisten Holden Caulfield schnell identifiziert. In der Entwicklung zum Erwachsenen nimmt „Der Fänger im Roggen“ in vielen Generationen eine zentrale Rolle ein.

Holden Caulfield ist erneut an seiner Schule gescheitert. Er fällt die Entscheidung seine Schule vorzeitig zu verlassen, da es ihm im Umfeld seiner Schulkameraden zuviel wird. Aus Angst seine Eltern zu enttäuschen kehrt er allerdings nicht direkt zurück, sondern verbringt die verbleibende Zeit bis zur Ankunft der Nachricht des Rauswurfs in New York. In dieser Zeit trifft er auf viele verschiedene Leute, wie die Mutter eines Mitschülers oder eine Gruppe Nonnen.

Es fällt auf, dass er mit Erwachsenen besser auszukommen scheint als mit Jugendlichen. Er sucht Gespräche mit Erwachsenen, um sich weiterzubringen. Insgesamt ist er ein sehr komplizierter Charakter, der scheinbar nirgendwo Halt findet. Liebesbeziehungen, die nicht funktionieren, verstärken sein Gefühl, dass ihn niemand versteht. Er fühlt sich allein, außer seiner Schwester hat er niemanden, dem er wirklich vertraut. Sein großer Bruder, den er als Schriftsteller verehrt, hat ihn enttäuscht, indem er im verlogenen Hollywood arbeitet.

Doch die Geschichte ist nicht das, was das Buch ausmacht. Das Faszinierende und Inspirierende an dem Buch sind wesentlich Holdens Gedanken, die sich anfühlen als würde er einem aus der Seele sprechen. Man freut sich, dass er Dinge benennt, über die man genauso denkt.

Er beschreibt zum Beispiel seinen Freund Stradlater, der unheimlich in sich selbst verliebt ist. Alle Beschreibungen sind treffend und sind auf viele andere Dinge übertragbar. Man erkennt Situationen und Gefühle wieder, die man selbst einmal erlebt oder gefühlt hat.

Der authentische Schreibstil, der zum Teil sehr simpel und damit verständlich ist, verstärkt die Symphatie für die Hauptfigur.

Er spricht über seine Leidenschaft zu Büchern und sagt, dass er mit Autoren seiner Lieblingsbücher gern eng befreundet wäre, um jederzeit mit ihnen telefonieren zu können. Genau das gelingt Salinger. Man wünschte sich mit ihm befreundet zu sein, um Holden Caulfield kennenzulernen.

Wenn die letzte Seite erreicht ist, wünscht man sich, dass das Buch noch doppelt oder dreifach so viele Seiten hätte! Man möchte mehr von Holden hören, über ihn wissen…

Ein Kultbuch!

 

3 Antworten zu Der Fänger im Roggen (J. D. Salinger)

  1. huskybrain sagt:

    Die Beschreibung dieses Kultbuchs finde ich, als jemand, der dieses Buch noch nicht gelesen hat, als sehr gut. Es wird inhaltlich nicht zuviel verraten und durch die Erwähnung der Aspekte, die dieses Buch lesenswert machen, wie die Tiefe des Hauptcharakters und die Wirkung auf den Leser, bekommt man Lust dieses Buch zu lesen

  2. meike1 sagt:

    Wir stimmen huskybrain zu. Der Inhalt ist sehr lebendig beschrieben, so, dass man das Buch gleich lesen möchte. Die Rezension macht neugierig. Besonders die letzten beiden Abschnitte zeigen die persönliche Sicht sehr deutlich und sind gut geschrieben. Alles in allem eine gelungene Rezension.
    Meike und Jenny

  3. rocdoc sagt:

    Als ich deine Rezension gelesen hatte, kam mir zuerst die Idee, dass du die Möglichkeit zu einem wirklich spannenden Einstieg hast.
    Zitat: „Er spricht über seine Leidenschaft zu Büchern und sagt, dass er mit Autoren seiner Lieblingsbücher gern eng befreundet wäre, um jederzeit mit ihnen telefonieren zu können.“ – Bring den Text zum „Leuchten“, indem du als Einstieg mit dem Autor telefonierst.

    Der jetzige Einstieg enthält eine Leerformel: „Das Buch „Der Fänger im Roggen“ von Jerome D. Salinger beeindruckt durch seine melancholische Ausdruckskraft und die vielen versteckten Antworten, die darin verborgen zu sein scheinen“!
    Was ist melancholisch? Sind die Antworten nun „versteckt“ oder „verborgen“ oder sind sie am Ende gar nicht da („zu sein scheinen“)? Außerdem: auf welche Fragen wird denn geantwortet?

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