Das Tagebuch der Anne Frank

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„Ich werde, hoffe ich, dir alles anvertrauen können, wie ich es noch bei niemanden gekonnt habe, und ich hoffe, du wirst mir eine große Stütze sein“. Dies sind die ersten Worte, die das jüdische Mädchen Anne Frank am 12. Juni 1942 in ihr Tagebuch schrieb.
Es existieren drei verschiedenen Fassungen des Tagebuchs: Die ursprüngliche Fassung a, die von Anne überarbeitete Fassung b und die von Otto Frank gekürzte Fassung c. Heutige Auflagen entsprechen der Fassung c, welche zusätzlich um weitere Passagen der Fassung a und b erweitert wurden.
Anne Frank wurde am 12. Juni 1929 als zweite Tochter des Unternehmers Otto Frank und seiner Frau Edith in Frankfurt am Main geboren. Ein Jahr nach der Machtergreifung Hitlers im Jahre 1933 zog die Familie Frank, wie so viele andere jüdische Familien auch, nach Amsterdam. Dort führten sie ein relativ unbeschwerliches Leben, bis sich dies im Mai 1940, durch den Einmarsch der Nationalisten in das neutrale Niederland schlagartig änderte. Durch immer neue und härtere Judengesetze zog Otto Frank am 6. Juli 1942 daher den Entschluss, in das Hinterhaus seiner Firma umzusiedeln, dessen Eingangstür durch ein drehbares Regal von der Außenwelt verborgen lag. Hier lebten sie, gemeinsam mit vier weiteren Flüchtlingen, zwei Jahre in ständiger Angst und Achtsamkeit.
In ihrem Tagebuch vertraut Anne Frank ihrer imaginären Freundin Kitty all ihre Erlebnisse, Probleme und Ängste an. Hierbei werden vor allem Annes Liebe zu ihrem Mitbewohner Peter, ihr Verhältnis zu den einzelnen Familienmitglieder und zwischenmenschliche Konflikte thematisiert. Am 30. Januar 1943 schrieb Anne „Ich dampfe vor Wut und darf es nicht zeigen. Ich würde am liebsten mit den Füßen aufstampfen, schreien, Mutter gründlich durchschütteln, weinen und was weiß ich noch alles wegen der bösen Worte, der spöttischen Blicke, der Beschuldigungen, die mich jeden Tag aufs Neue treffen wie Pfeile von einem straff gespannten Bogen und die so schwer aus meinem Körper zu ziehen sind.“
Darüber hinaus enthält das Tagebuch aber auch historische Hintergründe. Denn Anne berichtet ebenfalls von der Außenwelt, der Judenverfolgung und den nahenden Alliierten. Dies war nur möglich, da die Bewohner des Hinterhauses täglich Nachrichten des Senders BBC und Oranje hörten.
Annes letzter Eintrag stammt vom 1. August 1944, denn am 4. August wurden die acht untergetauchten Juden von der Grünen Polizei abgeholt. Es gilt als gesichert, dass das Versteck verraten wurde, der Täter bleibt aber bis heute unbekannt. Anne und Margot wurden Ende Oktober 1945 in das KZ Bergen-Belsen deportiert und starben dort an den Folgen der katastrophalen hygienische Zustände und einer Typhusepidemie.
Die Sprache wirkt anfangs noch sehr kindlich, da Anne wie eine normale Dreizehnjährige ihren Freundeskreis beschreibt und ihre Mitschüler bewertet. Gegen Ende jedoch äußert sich Anne zu abstrakteren Themen wie Gott, die Liebe und Sexualität. Auch ihr Wortschatz ist größer geworden, was sich dadurch erklären lässt, dass Anne ein großes Interesse an anspruchsvoller Literatur hatte. Somit kann man über das ganze Tagebuch gesehen eine schriftstellerische und persönliche Entwicklung von Anne erkennen.
Das Besondere dieses Buches liegt meiner Ansicht nach in der Symbolik der Figur Anne Frank. Sie soll exemplarisch für alle jüdischen Opfer im Zweiten Weltkrieg stehen und die Grausamkeit des Krieges verdeutlichen. Dabei fasziniert außerdem, dass dieses Zeitzeugnis nicht von einem berühmten Schriftsteller, Dichter oder Weisen stammt, sondern von einem kleinen gewöhnlichen Mädchen. Interessant finde ich auch zu erfahren, wie es acht Leuten gelingt, zwei Jahre auf engsten Raum miteinander auszukommen und immer mit der Gefahr zu leben, eines Tages von den Nazis entdeckt zu werden. Ferner war ich überrascht, wie erstaunlich Annes Entwicklung durch ihre Tagebucheinträge zu erkennen ist und wie sehr diese Geschichte berührt. Auch die Bilder und Hintergrundinformationen ergänzen das Tagebuch sinnvoll, sodass man Sympathie und Mitgefühl für Anne entwickelt. Kurzum: Es verdient die Bezeichnung „Kultbuch“.

verwendete Internetseiten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tagebuch_der_Anne_Frank
http://de.wikipedia.org/wiki/Anne_Frank
http://www.shoa.de/content/view/76/92/

7 Antworten zu Das Tagebuch der Anne Frank

  1. meike1 sagt:

    Die Zitate sind gut gewählt und in den Text eingearbeitet. Die Kritik ist sehr ausführlich und die persönliche Stellungnahme am Schluss ist interessant. Das Buch steht für eine bestimmte Lebenphase, ist unserer Meinung nach jedoch kein Kultbuch.
    Meike und Jenny

  2. thorsten81888 sagt:

    Die Kultbuchkritik beschreibt die wesentlichen Dinge sehr gut.
    Den geschichtlichen Hintergrund, worum es geht und was das Buch ausmacht.
    Schlüssig und nachvollziehbar ist auch die Begründung, warum es sich um um ein Kultbuch handelt und vor dem geschichtlichen Hintergrund wird dieses Gewicht nocheinmal deutlich vergrößert.
    Alles in allem eine sehr gute Kritik.

  3. iris88 sagt:

    Ich finde auch, dass die Zitate sehr passend eingebaut wurden und die Stimmung, welche im Buch herrscht, sehr gut verdeutlichen.Ich würde es als unbedingt notwendig bezeichenen, dass man dieses Buch gelesen hat, ob es ein Kultbuch ist, würde ich auch bezweifelen, auch wenn deine Begründung durchaus nachvollziehbar ist.

  4. eva12 sagt:

    Ich finde vor allem der Anfang ist gut gelungen, da es sowohl den Anfang der Rezension ,als auch den Anfang des Buches darstellt. Vielleicht hättest du jedoch den Abschnitt zu deiner Meinung über das Buch und warum es ein Kutlbuch ist genauer ausführen können.
    Deine Beschreibung des Inhaltes hebt sehr gut die Gefühle von Anne hervor und zeigt die Umstände in der sie gelebt hat. Jedoch hätte der Inhalt vielleicht etwas kürzer gefasst werden könne.

  5. immem sagt:

    Dein Einstieg ist wirklich klasse! Das ist jedenfalls mal was anderes! Auch im Weiteren gehst du ausführlich auf den Inhalt und Hintergrund ein, da gibt es nichts zu meckern. Man versteht die ZUsammenhänge und den Inhalt leicht. Trotzdem fehlt das „Gewisse Etwas“, dein Text wirkt trocken und auch die persönliche Meinung am Schluss, der zwar sehr logisch und schlüssig ist, ist irgendwie steif… Ich hab das Gefühl so richtig dein Lieblingsbuch ist das nicht, die Faszination, die auf dich wirkt wird nicht deutlich. Allerdings war das ja auf Grund der etwas unklaren Aufgabenstellung auch nicht wirklich ein Kriterium, das im Text aufzutauchen hat.
    Insgesamt finde ich deine Rezension wirklich gelungen, auch wenn mir das „Stück aus deinem Herzen“, also die Leidenschaft fehlt.

  6. malte1989 sagt:

    Der Beginn leuchtet! Auch das weitere Einbringen von Zitaten bring Strahlen in deinen
    Text. Sowohl die tatsächlichen Daten, als auch die Gefühle des Mädchens bringst du ein. Sehr schön!

  7. Johnd204 sagt:

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